POLITCIGS DIE KULTUREN DER ZIGARETTE UND DIE KULTUREN DES POLITISCHEN

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Der BMBF-Forschungsverbund "PolitCIGs" erforscht die materiellen, gesellschaftlichen und politischen Kulturen in Deutschland und Österreich im 20. und 21. Jahrhundert am Beispiel der Zigarette.

Unsere leitenden Fragestellungen lauten:
Inwieweit stützt es direkt oder indirekt politische Kulturen, wenn Individuen, soziale Gruppen, Milieus, Generationen oder ganze Gesellschaften über und mit Zigaretten kommunizieren?
Welche Politik verbirgt sich hinter dem schönen Schein ihrer oft exotisch anmutenden  Markenwelten, in ihren Tabakmischungen, Verpackungen, den verschiedensten Werbemitteln?
Zigaretten, so die grundlegende These, können und konnten durch ihre Symbolik politische Inhalte vermitteln oder durch ihre Produktkommunikationen indirekt Gehalte der Politik beglaubigen.

Wir stützen uns vor allem auf das Werbe-, Produkt- und Fotoarchiv sowie die tabakhistorische Sammlung der Reemtsma Cigarettenfabriken, die sich im Museum der Arbeit befinden. Der Reemtsma-Konzern kontrollierte zwischen 1929 und 1945 bis zu achtzig Prozent des deutschen Zigarettenmarkts, und seine Archive enthalten eine einzigartige Fülle an Quellen zur Produktkommunikation: von Plakaten, Anzeigen, Packungen über Verkaufsdisplays, Emailleschilder, Werbefiguren, Kino-TV-Spots bis hin zu Reinzeichnungen, Packungsentwürfen und Zigarettensammelbildern.

In der gemeinsamen Arbeit mit diesen Beständen verknüpft "PolitCIGs" Ansätze der Geschichts-, der Kultur- und der Kommunikationswissenschaften sowie der Psychologie. Zudem wird die universitäre Forschung mit der wissenschaftlichen Arbeit im Museum verzahnt.